Homeschooling

Schulöffnung Grundschule: Präsenzunterricht oder weiter Homeschooling?

Präsenzunterricht ja oder nein? Schicken wir unser Kind wieder zur Schule, obwohl alles weitere im Lockdown ist?

In vielen Bundesländern wurde beschlossen, dass die Schulen am 22.Februar wieder geöffnet werden, obwohl sich weiterhin bis zum 7. März das gesamte Land im Lockdown befindet. Die Präsenzpflicht ist ausgesetzt und Eltern müssen selber entscheiden ob sie ihre Kinder wieder in die Schule schicken oder nicht.

Auch bei uns wird nächste Woche die Schule für die Jahrgangsstufen 1-3 wieder eöffnet. Wir mussten heute der Schule unsere Entscheidung zu Präsenzunterricht ja oder nein mitteilen. Das war für uns eine relativ schwierige Entscheidung. Einerseits haben wir (vor allem ich) Bedenken wegen des Infektionsrisikos. Andererseits wäre eine Entlastung für uns Eltern wirklich schön. Denn natürlich ist Homeschooling anstrengend, zeitaufwendig und nervenaufreibend. Zudem wünschen wir uns für unsere Tochter (unserer Erstklässlerin) ein bisschen mehr “normalen Schulalltag” mit Kontakten. Und dann ist natürlich auch noch die Frage: was möchte das Kind eigentlich? In unserer Familie ist uns in vielen Punkten wichtig auch die Bedürfnisse der Kinder zu berücksichtigen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen.

Unsere wichtigsten Punkte, die wir vor unserer Entscheidung über die Teilnahme am Präsenzunterricht abklären mussten waren also:

  • Infektionsrisiko
  • Entlastung
  • Soziale Aspekte und Lerneffizienz
  • Was möchte das Kind?

Infektionsrisiko?

In den meisten Schulen hat sich nicht sonderlich viel getan. Es haben noch längst nicht alle Schulen Lüftungsanlagen. Zumindest klettern aktuell die Außentemperaturen auf Plusgrade, so dass die Kinder wenigstens nicht sofort erfrieren und sich Erkältungen einfangen. Wir haben, was die Lüftungsanlage unserer Schule angeht, wohl Glück. Denn in einer Mail, die uns vorgestern Abend zugeschickt wurde, wurde erklärt, dass die Lüftungsanlage repariert wurde und ein Lüften über das Fenster weitestgehend überflüssig macht. Die Klasse wird in zwei Gruppen unterteilt, so dass eben weniger Aerosole und weniger Kontakt in den Klassenräumen bestehen. Maske muss durchgängig im Schulgebäude von allen getragen werden und in der Pause muss Abstand gehalten.

Entlastung?

Leider hat sich unsere Schule für das Konzept entschieden, bei dem die Kinder täglich für 3 Unterrichtsstunden in die Schule kommen. 3 Unterrichtsstunden heißt 2 Stunden und 15 Minuten….lohnt sich das? Es kommen für uns Eltern, die kein Auto besitzen, Bring-und Abholzeiten hinzu. Und natürlich muss man morgens zusehen, dass das Schulkind gefrühstückt hat und angezogen ist. Wenn das Schulkind noch kleinere Geschwister hat und es an manchen Tagen nicht möglich ist, das Geschwisterkind morgens beim Papa zu lassen, muss auch dieses noch angezogen werden. Alle Eltern wissen glaub ich wie furchtbar lange es im Winter dauert bis die Kinder fertig angezogen sind. Dann hat man, wenns gut läuft, etwas mehr als eine Stunde Zeit daheim ohne Schulkind und darf dann wieder los um es abzuholen. Zudem sollen die Kinder nach der schulischen Beschulung trotzdem weiter auch zuhause schulische Aufgaben erledigen. Sprich, wenn ich quasi den ganzen Vormittag (bei einem frühen Block) damit beschäftigt bin das Schulkind zur Schule zu bringen und wieder abzuholen, bin ich danach mit Mittagkochen beschäftigt, denn das gibt es nur für die Kinder in der Notbetreuung und anschließend soll ich Homeschooling machen: Nutzen-Aufwand-Verhältnis für uns Eltern absolut nicht im Gleichgewicht.

Ein Konzept das tageweise die Kinder vielleicht 2 Tage in der Woche regulär 5-6 Stunden beschult oder gar im wöchentlichen Wechsel (1 Woche voller Präsenzunterricht und 1 Woche Homeschooling) wäre besser gewesen. Durch das Konzept unserer Schule sehe ich leider überhaupt keine Entlastung, sondern noch viel mehr Stress und Aufwand als wir eh schon haben.

Soziale Aspekte und Lerneffizienz

Es geht wohl in diesem Präsenzunterricht wirklich ums reine Unterrichten. Weniger um das echte Miteinander, das meiner Meinung nach für die Kinder sehr wichtig wäre. Es gibt Einzeltische und Abstand. Pausen in denen die Kinder ohne Maske vermutlich ständig ermahnt werden sich nicht zu nah zu kommen dürfen. Also der soziale Aspekt ist ist wohl auszublenden. Da bei uns das Homeschooling ganz gut läuft und Mini-Snyggis mit dem Stoff gut voran kommt sehen wir diesbezüglich auch keinen besonderen Vorteil für uns Eltern oder unser Kind.

Was möchte das Kind?

Zuerst war ganz kurz Freude als ich erklärte die Schule macht wieder auf. Dann fragte sie, ob dann wieder Maske auf dem Flur getragen werden müsse und ob die Kinder Abstand halten sollen. Meine Antwort, dass sie die Maske nun auch durchgängig im Schulgebäude und somit auch im Unterricht tragen muss und generell Abstand voneinander gehalten werden soll würgte die Freude sofort ab und Mini-Snyggis wollte nicht mehr. Zu dem Zeitpunkt lag uns aber noch keine Information von der Schule zu den anderen oben genannten Punkten vor, so dass wir erklärten, dass es ja vielleicht doch gar nicht so übel sein muss.

Präsenzunterricht ja oder nein?

Nachdem sich alle Informationen heute Vormittag eingefunden hatten stand für uns die Entscheidung fest. Bei der Schulöffnung in dieser Form hat keiner was von uns davon, weder das Kind noch wir Eltern und somit machen wir einfach weiter mit der Heimbeschulung. Wir werden schauen ob die Schulen Anfang März wieder schließen müssen, weil die Infektionszahlen wieder gestiegen sind oder ob die Schulen wieder regulär aufmachen.

Wie sieht es bei euch aus? Für was habt ihr euch entschieden und gibt es bei euch an der Schule vielleicht ein besseres Konzept, so dass alle aus eurer Familie davon profitieren?

Ich bin auf eure Kommentare gespannt.

Alles Liebe,
Eure Gwendolin


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